Sonntag, 20. Juni 2010

Eintrag III - Dihydrogenmonoxid

Wer hat Angst vor Dihydrogenmonoxid?
In einer Umfrage sagten 75% der Befragten aus, dass dieser "gefährliche" Stoff sofort verboten werden sollte.
Doch wer sich ein bisschen an Chemie zurückerinnert, der weiß, dass Dihydrogenmonoxid nichts anderes ist als H2O. Also Wasser.
Die Leute, die diesen Stoff als bedrohlich einstuften, waren also nicht hydrophobisch, sondern einfach durch diese spezielle Bezeichnung irregeführt worden.
Denn bei Endungen wie "-monoxid" schrillen bei uns alle Alarmglocken.
Da man aber nicht genau weiß, was es ist, wird es geich als potentielle Gefahr wahrgenommen.
Dieses Phänomen könnte man auch auf andere Bereiche übertragen.
Bleiben wir aber bei chemischen Stoffen.
Viele von uns haben doch schon von den Phtalaten gehört, unter Anderem als Weichmacher eingesetzt.
Man ließt immer wieder, diese Stoffe seien "fruchtschädigend" oder hätten ähnliche Wirkungen wie Hormone, weshalb Phtalate z.B. kaum noch bei Produkten für Kinder wie Planschbecken eingesetzt werden.
Doch müsste ein Kleinkind allein den Inhalt von 17 Planschbecken (an einem Tag!) leertrinken, damit überhaupt eine minimale Gefahr bestehen könnte. Und dann sind Phtalate sein kleinstes Problem.
Und auch wer zuhause in seiner Küche Natriumchlorid stehen hat, soll nicht erschrecken, den Natriumchlorid ist einfach Kochsalz.

Fazit: Chemische Bezeichnungen führen in die Irre und Risiken werden oft überschätzt.
Informieren lohnt sich also.

[Die Sache mit dem Dihydrogenmonoxid und den Phtalaten ist nachzuhören in: "Risikokommunikation - Wenn der Ernstfall eintritt" (SWR2-Wissen Podcast vom 5.6.10)
Fand' einfach mal interessant :-)]

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