Montag, 15. November 2010

Eintrag XXVIII - Platte des Monats: November

[Habe beschlossen, hier mal 'ne neue Kategorie einzuführen, in der ich jeden Monat meine aktuelle Lieblings-CD vorstelle. Und nicht nur den ganzen Mainstreamkram; nein, ganz bestimmt nicht.]

Das Album dieses Monats ist "8-bit Lagerfeuer" von der Band "pornophonique".
Ein ziemlich ungewöhnliches Album, denn die beiden deutschen Bandmitglieder musizieren hier ausschließlich mit Gitarre und 8-bit Sounds, wobei dies überraschenderweise hervorragend miteinander harmoniert.
Absolute Lieblingstracks sind hier für mich "sad robot" und "lemmings in love", mit einem unglaublichen fesselnden Klang und ewigem Ohrwurmpotential, wobei ander Songs, wie z.B. "space invaders" oder "rock'n'roll hall of fame" mit weniger ruhigen Klängen überzeugen.

Alles in allem würde ich dem Album auf einer Skala von 1-10 insgesamt 8,5 Punkte geben, da es doch sehr originell und gut gelungen ist. Das Album gibt es übrigens zu 100% legal und kostenlos auf Jamendo.de (Link unten), weil es dort unter einer CC-Lizenz veröffentlicht wurde.

http://bit.ly/XyS3 Zum Download auf jamendo.de
http://bit.ly/ekqL4 Zur Seite der Band

Sonntag, 14. November 2010

Eintrag XXVII - "Letzte Woche war doch noch Januar?"

Sie haben das Gefühl, die Zeit verläuft rückwarts/langsamer/schneller/gar nicht?
Dann ist dieser Blogeintrag genau das richtige für Sie.

Wer kennt nicht dieses Zeitparadoxon: Macht man etwas spaßiges, so vergehen Stunden wie Minuten, macht man etwas lästiges (Wartezimmer des Zahnarztes, beim Warten auf den Zug, bei der Arbeit), so scheint der Sekundenzeiger der Uhr einen Gang zurückgeschaltet zu haben.
Oder ein anderes Aktuelles Beispiel: Jetzt ist Mitte November, das Jahr ist fast vorbei!
Im Januar dachte man doch "Das Jahr wird sich aber wieder ziehen", jetzt denkt man "letzte Woche war doch noch Januar?".
Die Erklärung dieses Phänomens liegt darin, dass man am Ende eines Jahres aus einem größeren Erfahrungsschatz schöpfen kann als am Anfang des Jahres und deshalb Zeiträume kleiner erscheinen - deswegen vergehen für ältere Menschen die Jahre subjektiv gesehen schneller.
Bei oben genannten, "lästigen" Gegebenheiten vergeht die Zeit wohl viel langsamer, weil man dermaßen auf das vergehen der Zeit fixiert ist und die Monotonie der Situation so belastend wird, das die Zeit sich elendig lange dahinzieht. Das erklärt auch das schneller Vergehen von schönen Momenten: Wer schaut da schon dauernd auf die Uhr und langweilt sich?

Eine andere Art von Zeitparadoxien tritt bei Zeitreisen auf (besteht aktuell natürlich nur als Gedankenexperiment):
Ein Mann reist in der Zeit zurück und tötet seinen Großvater. Da dieser stirbt, kann er niemals den Vater des Mannes mit seiner Frau zeugen. Folglich sollte der Mann gar nicht mehr existieren und hätte also niemals die Zeitreise antreten können, weil er nie geboren wurde.
Und hier beginnt es, paradox zu werden: Wenn er nie existiert hätte, hätte er auch nie in der Zeit zurückreisen können, um seinen Großvater die Radieschen von unten zu zeigen, dieser hätte überlebt, seinen Vater gezeugt, und der Mann wäre eben doch geboren worden und würde doch wieder in der Zeit zurückreisen. Verwirrend? Der Konjunktiv lässt das alles wie Science-Fiction erscheinen? Das ist es bis ja (bis jetzt) auch.
Die Lösung des Paradoxons: Eine (theoretische) Möglichkeit ist, das es von vornherein in der Vergangenheit enthalten war, dass der Mann dahin zurückreist und es ihm nicht möglich ist, seinen Großvater umzubringen. Oder, eine andere Option: Bei der Zeitreise reist der Mann in ein Paralleluniversum, in dem seine Aktionen keine Auswirkungen auf die Realtität haben.

Dann gibt es da noch den (durch den Film recht bekannten) Schmetterlingseffekt, bei dem in einer Zeitreise in der Vergangenheit kleinste verursachte Veränderungen die nachfolgende Realität unvorhersehbar verändern. Es gibt dazu auch eine Folge der Simspons, in der Homer bei einer Zeitreise versehentlich einen prähistorischen Schmetterling zertritt und seine Familie in der Gegenwart plötzlich Zungen ähnlich derer von Fröschen besitzen.

Natürlich ist das meiste hier theoretisch, und ich finde, wir können froh sein, dass wir nicht alle Fischschuppen besitzen, nur weil ein zukünftiger Zeitreisender das erste Säugetier der Welt zertreten hat.

Freitag, 12. November 2010

Eintrag XXVI - Aus dem Leben eines Austrägers

Gerade vorhin habe ich wegen zahlreicher Freistunden schon mal ein Teil meiner freitaglichen Route absolviert. Ich trage nämlich für unsere Gemeinde das Mitteilungsblättchen aus: Vielleicht ungefähr 30 Seiten, neueste Meldungen, durch viel Werbung finanziert.

Vor einem Haus sah ich einen Mann (so ca. Mitte fünfzig) mit einer Schaufel in einem Gartenbeet hantieren. Ich hielt ihn für den Hausbesitzer und sprach ihn freundlich an: "Hallo, ich trage hier das Gemeindeblatt aus. Sollen ich es ihnen jetzt geben oder lieber in den Briefkasten werfen?"
Ein paar Sekunden schaute er mich ziemlich verdutzt an, was mich wiederum ganz schön verunsicherte. Dann fuhr er keine Miene verziehend fort:
"Das interessiert mich eigentlich überhaupt nicht, weil ich der Gärtner bin, aber das mit dem Briefkasten scheint eine gute Idee zu sein."

Wieder voll ins Fettnäpfchen. Schön tief.

Mittwoch, 10. November 2010

Eintrag XXV - Mein erster Tag auf Facebook


Hauptsächlich wegen eines Referats, aber auch wegen meinen Bekannten und Freunden:
Gestern habe ich mich mit mulmigen Gefühl auf Facebook angemeldet.

Lange habe ich darüber nachgedacht, bin ich bei meinen Mitmenschen ja nicht gerade als Facebookliebhaber bekannt, sondern viel mehr als Facebookskeptiker bzw. -kritiker (weshalb die meisten auch große Augen gemacht haben, als ich ihnen eine Freundschaftsanfrage schickte).

Erster Eindruck: Scheiße, ist das unübersichtlich.
Viele Knöpfe, umständlich verteilte Menüs und die Privatssphäreeinstellungen hätte man wohl kaum noch schwieriger gestalten können. Überrascht hat mich, wie viele meiner Freunde wirklich bei Facebook registriert sind - mit sovielen hatte ich nicht gerechnet.

Den Rest des Abends habe ich nur noch damit verbracht, meine Seite zu gestalten, Pinnwandeinträge zu schreiben und zu chatten.
Was mich allerdings gestört hat - bei seinen Interessen kann man nur "Gruppen" beitreten - das macht das Analysieren von Profilen und die individuelle Werbung leichter.




Dienstag, 9. November 2010

Eintrag XXIV - Durchhänger

Ich weiß nicht, ist es der blöde Herbst?
Irgendwie scheinen alle entweder in völlige Melancholie oder Lustlosigkeit zu verfallen;
alles scheint tausendmal langsamer und anstrengender vonstatten zu gehen.
Ist auch bei mir angekommen, denn ich sitze halb dösend in der Gegend herum oder grüble.
Habe auch nicht mehr soviel Lust zu twittern, ich weiß nicht, eigentlich habe ich im Moment nie Lust auf irgendwas.
Aber da bin ich wohl nicht der einzige.
Blöder Herbst.