(Dieser Eintrag spiegelt alleine
meine persönliche Meinung über Apple wieder.)
Vor circa 4 Jahren habe ich mein erstes Apple-Produkt gekauft. Einen iPod nano.
Und ich war begeistert: Schickes Design, gestochen scharfe Bilder, hoher Bedienkomfort.
Damit war ich natürlich auch voll im Trend. Ich benutze immernoch einen iPod, wieder einen nano, allerdings zwei Generationen älter als mein erster. Aber manche Sachen fangen mittlerweile an, mich an Apple zu stören.
1. Schon am Anfang habe ich gemerkt: Apple verkauft gerne Zubehör zu seinen Produkten.
Denn wenn man seinen iPod das erste Mal auspackt, sucht man vergeblich nach einem Ladegerät.
Wenn man nun nicht jedes Mal seinen iPod an seinem Computer laden will (weil man z.B. verreist)
muss man eben jenes Ladegerät nachkaufen. Für ungefähr 20 Euro. So auch, sollte man das Verbindungskabel zum PC oder die Kopfhörer verlieren oder sollten sie kaputtgehen.
Dieser Fakt des (meiner Meinung nach) überteuerten Zubehörs wird übrigens auch in einer Simpsonsfolge auf den Arm genommen. http://bit.ly/nBVv (Simpsons - Mapple Store)
2. Zum Synchronisieren der Apple Geräte wird die hauseigene Software iTunes verwendet. Um diese kommt man da nicht herum. Das genaue Sortieren und Orden von Musiktitel mag ja oft sehr hilfreich sein, ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache. Musik, Filme, Apps und Fersehsendungen kann man im iTunes Store für Geld herunterladen. Oft sind die Alben sogar deutlich billiger als in Elektroläden wie Media Markt oder Onlineversänden wie Amazon.
Da gibts nur ein paar Probleme: Einzeltitel statt Alben zu kaufen lohnt sich fast nicht mehr, weil Apple für besonders beliebte Songs jetzt 1,29 € statt den üblichen 0,99 € verlangt.
Darüber hinaus kann man jeden Song nur einmal herunterladen. Sollten z.B. durch einen Festplattendefekt Musikstücke verlorengehen, war der Einkauf umsonst und man ist gezwungen, die Titel neu zu kaufen, sollte man kein Backup gemacht haben.
Auch das Teilen von Musik mit Freunden wird zur Schwierigkeit (ich rede nicht vom raubkopieren, sondern von der Situation, die ziemlich jeder von uns schonmal erlebt hat: "Hey, hast du schon das Lied xy gehört?" "Ja, das ist gut." "Ich mach dir ne Kopie und brings dir nöchstes Mal mit."):
Ein Kopierschutz lässt ein Lied jetzt auf höchstens 5 [bin mir nicht mehr sicher, wieviele es waren] verschiedenen Computern abspielen.
3. Kommt es nur mir so vor, oder wird Apple jetzt immer arroganter und egoistischer? Der Angriff von Steve Jobs auf Adobe, die Zensur von Apps. "Think diffrent - think like us" scheint mittlerweile das geheime Credo sein. Apple versucht regelmäßig, seine Vorherrschaft in den Bereichen des Musikdownloads und den Smartphones zu sichern. Und nicht immer mit besonders fairen Mitteln. Amazon wollte gegenüber Apple aufholen, indem es erreichte, das manche Künstler ihre Alben einen Tag früher als im iTunes Store beim eigenen Musikdownload anboten. Apple intervenierte, indem es den Künstlern drohte, ihre Album aus dem iTunes Store zu nehmen.
4. Das, was mich an Apple stört, ist nicht einmal Apple selbst. Sondern die Anhänger und der Medienrummel. Nachrichtensendungen halten es mittlerweile für überaus wichtig, die Veröffentlichung neuer Appleprodukte in ellenlange Berichte zu fassen, und zu zeigen, wie die Apfeljünger in meilenlangen Schlagen ihr Mekka belagern, nur um eine neue Reliquie zu erwerben. Bei einer Computer- oder Technologiesendung fände ich das nicht weiter schlimm. Allerdings kommen diese Berichte meistens in den 20:00 Uhr-Nachrichten. Also dann, wenn Millionen Menschen z.B. hier in Deutschland Nachrichten schauen.
Generell ist der Hype um Appleprodukte unerträglich hoch. Wird jedes neue Applespielzeug doch gleich als revolutionär und maßstabssetzend in der jeweiligen Sparte gesehen.
Vorallem die Apfeljünger selbst scheinen Steve Jobs als ihren Erlöser zu sehen.
Mittlerweile sehe ich ihn eher als den großen Bruder aus 1984.
Und vor allen diesen Anbetern scheint es immer an kritischer Distanz zu ihrer Lieblingsmarke zu fehlen. Genau, das ist es auch, was mich nachdenklich macht.
Alles wird kritiklos hingenommen. Nichts wird hinterfragt. Ist doch egal, Apple ist cool, neu, schön und die Welt wäre mit Apple als Weltherrscher doch wie das Paradies.
Auch wenn das jetzt eine Hyperbel ist, macht mir das Sorgen.
Wer weiß denn schon, wieviel Einfluss Apple in 10 Jahren ahben wird?
5. Zum Thema iPad: Natürlich ist das iPad ein besonderns stylisches und cooles Spielzeug.
Aber jetzt mal ganz im ernst: Wer braucht das? Für mich ist es eher ein Rolex- oder Geländewagenersatz für den Mann, der trotzdem gerne angeben will.
Deshalb http://bit.ly/buWt4C und http://bit.ly/di3sUP.
Für die destruktiv-veranlagten unter uns.
[Um eventuelle wütende Kommentare von "Applern" entgegenzuwirken:
Das ist (wie schon gesagt) meine persönliche Meinung. Ich akzeptiere jede andere Meinung zu diesem Thema. Deshalb sollte auch meine Meinung akzeptiert werden.]
Fazit: Ich werde sicherlich noch Jahre meinen iPod und iTunes nutzen.
Trotzdem, bitte Apple: Weniger Profitgier, mehr Kundenfreundlichkeit und Fairness gegenüber Wettbewerbern. Und schon sieht das Image besser aus.