Sonntag, 16. Januar 2011

Eintrag XXXV - Deutschland sucht (erneut) einen Superstar

Die neue 8. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" läuft nun wieder auf RTL und beschert diesem Fernsehsender Traumeinschaltquoten und -einnahmen. Doch hält mich momentan nichts mehr, hier auf meinem Blog meine Meinung zu dieser Sendung zu sagen und meinen ganz persönlichen Senf hinzuzugeben.

Auf der einen Seite muss ich zugeben, dass ich verstehen kann, dass sich jemand diese Sendung anschaut. Denn einerseits erlebt man hier ohne Frage auch Auftritte von wirklich talentierten Leuten (wobei ich mich fragen muss warum diese ausgerechnet zu DSDS gehen müssen) und Dieter Bohlens Sprüche sind ja mittlerweile auch ein (fast) Kult und gleichzeitig auch Garant für hohe Quoten.

Aber Leid tun mir die "Idioten". Menschen, die man lieber vor sich selbst schützen sollte, werden vor die Kamera gezerrt und vor einem Millionenpublikum lächerlich gemacht.
Mal ehrlich: Glaubst du (ja genau, du, der du diesen Blogeintrag gerade liest!), dass DSDS so erfolgreich wäre, würde Dieter Bohlen keine Sprüche klopfen? In einem gewissen Maße ist es ja noch okay, schon bestehende real-satirische Momente mit Effekten auf die Spitze zu treiben, aber bei dieser Castingshow wird das absoult zu weit getrieben (ich weise hier nur auf den Kanidaten mit dem "Pinkelfleck" hin). Ich will mich nicht als zeigefingerhebender Moralapostel darstellen, aber Personen in einer solchen Weise in aller Öffentlichkeit zu diffamieren geht für mich eindeutig zu weit.

Anderer Aspekt: DSDS ist doch eine Castingshow, oder? Hier wird ein Superstar gesucht, ein neuer Stern am Firmament der deutschen Musikszene. Ziehen wir doch mal Bilanz: Welcher "Superstar" (der Begriff ist bei dieser Sendung sowieso ein großer Euphemismus) hat denn den wirklichen Durchbruch geschafft? Mal überlegen ... mir fällt keiner an. Und wer kann sich - sofern er nicht eingefleischter Fan dieser Sendung ist - noch an mehr als den letztjahrigen Staffelgewinner erinnern? Für mich verfehlt DSDS seine Funktion und wird zu einer für RTL finanziell-rentablen Farce.

Als für den Eurovision Song-COntest "Unser Star für Oslo" gesucht wurde, war plötzlich ein direkter Konkurrent zu DSDS da - der mit wirklich talentierten Musikern und einer kompetenten Jury auftrumpfte und ohne das Lächerlichmachen hilfloser Kandidaten, ohne überflüssige Kommentare und endlose Monologe eines Marko Schreyls (der nicht umsonst dafür von Fernsehkritik.tv den Hässlichen Hahn 2010 erhielt) und einer Jury, die nicht nur aus zwei austauschbaren Nebendarstellern besteht, auskam. Und was passierte? Sie wurde von den Zuschauern nicht angenommen. Stattdessen wurde weiter im seichten Castinggewässer gewatet.

Viele dieser Kritikpunkte, die hier zu Sprache kamen, wurden auch schon von vielen anderen geäußert. Trotzdem ändert sich nichts. RTL bekommt mit dem Superstarspektakel immernoch Rekordeinschaltquoten. Und der Zuschauer konsumiert passiv, reflektiert aber nicht aktiv und scheint Qualität als einen hohen Anspruch an eine Sendung nicht anzusehen.

Eine kleine Hoffnung: Vielleicht entscheidet der Zuschauer in Zukunft wieder, was gut ist oder Dieter Bohlen hört 2018 bei DSDS auf, weil im

a) die Sprüche ausgehen

b) die Jurykollegen ausgeben (wobei das unwahrscheinlich ist weil es genug fernsehgeile D-Prominente gibt)

c) er einfach zu alt wird.

Eventuell kommen Castingshows à la Topmodel, Popstars etc. auch wieder aus der Mode.

Bis dahin bekommt der Fernsehzuschauer auch weitern (vorsichtig gesagt) gemäßigte Kost in der Flimmerkiste serviert. Er bekommt wohl nur was er auch verdient.

Montag, 3. Januar 2011

Eintrag XXXIV - Platte des Monats: Januar

[Nachdem ich aus Faulheit und/oder Weihnachtsstress die Monatsplatte vom Dezember ausgelassen habe, mache ich nun mit der "Platte des Monats: Januar" weiter.]

Die Platte des Monats, "lightmares", stammt dieses mal von einer deutschen Indie-Rock-Gruppe namens Beat!Beat!Beat!. Eher unbekannt begeisterten sie doch mit ihrer ersten Single "Stars" und brachten dann schließlich im Oktober letzten Jahres ihr Debüt-Album heraus.
Und ich muss sagen: Klas-se. Richtig gute Songs, alte Lieder von der Single haben sie auch noch mal überarbeitet und jeder Track des Album besitzt einen eigenen Charakter und weißt doch die Handschrift dieser Band auf.
Sphärische Laute gepaart mit eingängigen Gitarrenmelodien machen das Hören zum Genuß.
Allein mit dem Song "You're Designer" kann ich persönlich nichts anfangen, er wirkt ein ziemlich bizarr und ein wenig fehl am Platze.
Die Toptitel dieses Albums sind für mich die drei überarbeiteten Titel der Single ("We Are Waves"; "Fireworks"; "Stars"), außerdem "Lightheavy Rapture" (mit irgendwie motivierender Wirkung) und "Graveyard" (was doch sich doch netter hört als der Titel vermuten mag).

Fazit: Die 4 Jungs aus Viersen haben hier ein überzeugendes Werk abgelegt, was diesen eisigen Winter erträglicher macht und absolut kein Fehlkauf ist.

Wertung: 9 von 10 möglichen Punkten.