Freitag, 23. Juli 2010

Eintrag XI - Sommerloch

Auch schon reingefallen, ins Sommerloch?

Wenn ich mich vor den Fernseher setze, kommen fast nur noch Wiederholungen.
Ein Deja-Vu nach dem anderen. Wer will das? Das ist so, als bekomme man Woche für Woche das gleiche Essen vorgesetzt. (Zum Kotzen. Im warsten Sinne des Wortes.)

Die meisten Politiker sind jetzt im Urlaub oder haben nichts zu tun. Deswegen drängen jetzt Politiker an die Öffentlichkeit, die auch mal kurz berühmt sein wollen. Z.B. der FDP-Mann Erwin Lotter mit einem Fastfoodverbot für Jugendliche. (Auf sowas kommt auch nur die FDP, oder?)

Die Ferien sind da, alle wollen in Urlaub fahren. Das heißt: Staus mit Längen wie die Erde-Mond-Entfernung, leergefegte Wohngebiete, klaustrophobikerfeindliche Badestrände und billige Sonnenbrillen auf den Gesichtern von teuer aussehend wollenden Menschen. Aber auch: Eventuell ist man der einzige, der noch zuhause ist. Dann muss man sich selbst bemitleiden, weil sonst keiner da ist, der einen bemitleiden kann.

Aber am schlimmsten ist aber das Sommerloch in den Köpfen: Alle sind irgendwie ausgelaugt, gelangweilt, verschlafen, energielos. Und an dieser Stelle stellt sich mir die Frage: Warum verfasse ich einen Blogeintrag über das Sommerloch? Wer auch immer diesen Begriff erfunden hat, gehört verflucht. Das Sommerloch ist für mich schlicht eine Ausrede für Nichtstun und schlecht-drauf-sein. Ein Euphemismus für die Zeit, in der nichts Großes passiert. Und das hat sich in den Köpfen festgesetzt.

Deswegen werde ich versuchen dagegen anzukämpfen:

-Ich tue so, als hätte ich diese Folge im Fernsehen doch noch nicht gesehen.
-Jede kleine Meldung von süßen neugeborenen Tierbabys oder lustigen Missgeschicken in der Zeitung ist für mich eine riesen Sensation.
-Ich fahre in Urlaub, dann muss mich keiner bemitleiden, auch nicht ich selbst.

Und ich werde das Sommerloch gekonnt ignorieren. (Hoffentlich.)

[Dank @nympfhe habe ich unglaubliche Lust einen Eintrag über Bananen verfassen. Ich mach mir eine Notiz im Kopf!]






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